Etikette in der Arabischen Welt
Umgangsformen
In den islamischen Ländern wird sehr viel Wert auf die Etikette gelegt. Sie sollten sich bei Ihrem Geschäftsbesuch unbedingt anpassen!
- Mit der Pünktlichkeit nehmen es die meisten Araber nicht so genau. Sie dagegen sollten sich unbedingt an dieses Gebot halten: Von Deutschen wird Korrektheit und Zuverlässigkeit erwartet! Deshalb sind sie gern gesehene Geschäftspartner in der Arabischen Welt.
- Trinken Sie in Begleitung von Moslems keinen Alkohol. Auch wenn Sie als Christ von dem Verbot ausgenommen sind, wird man Ihnen den Verzicht hoch anrechnen.
- Kleiden Sie sich dezent! Ein schwarzer oder dunkelblauer Anzug ist stets angebracht. Auch trotz großer Hitze sollten Sie nicht auf eine Jacke verzichten. Treten Sie zu leger auf, fühlt sich Ihr Gastgeber missachtet.
- Reden Sie nie über Religion und Politik. Auch Familiäres sollten Sie vermeiden. Sprechen Sie lieber über die positive wirtschaftliche Entwicklung oder über Sport.
- Geben Sie einer Frau erst dann die Hand, wenn sie die Initiative dazu ergriffen hat.
- äußern Sie sich nicht lobend über Einrichtungsgegenstände. Tun Sie dies allzu ausführlich, fühlt sich der Gastgeber verpflichtet, Ihnen das Objekt zu schenken.
Begrüßung und Anrede
Fremde begrüßen sich im Allgemeinen durch Händeschütteln. Dies gilt für beide Geschlechter. Bevor man die eigentlichen Gesprächsthemen anschneidet, ist es üblich, sich nach der Familie zu erkundigen. Beim Betreten eines Geschäftes oder Büros begrüßt man den Eigentümer oder das Personal. Im Unterschied zu den meisten islamischen Ländern besteht keine Vorschrift, welche Hand für welche Tätigkeit zu benutzen ist.
Tischsitten und Trinkgeld
Traditionell essen Tunesier mit den Fingern von einem gemeinsamen Teller. Saucen und Essen werden mit Brot aufgenommen. In Restaurants enthält die Rechnung meist eine Servicegebühr, die man um 10-15 Prozent Trinkgeld aufstockt.
Kleidung
Von ausländischen Besuchern wird erwartet, dass sie sich nicht zu locker kleiden. Frauen sollten die Knie und Oberarme bedeckt halten.
Religion
99 Prozent der Tunesier gehören der sunnitischen Richtung des Islam an.
Pünktlichkeit
Termine sollte man im voraus vereinbaren. Da Moslems während des Fastenmonats Ramadan tagsüber nichts essen, kann in dieser Zeit der normale Geschäftsablauf erschwert sein.
Verhandlungen
Amtssprache ist Arabisch, Zweitsprache ist Französisch.
Einladung und Geschenke
Zu einer Einladung kann man kleine Geschenke wie Obst oder Schokolade (nie Alkohol!) mitbringen. Besucher, die zum ersten Mal kommen, werden durch das Haus geführt. In traditionsbewussten Familien sitzt man zum Essen auf dem Boden um einen niedrigen Holztisch herum. Ein Gastgeber besteht im Allgemeinen darauf, dass die Gäste einen zweiten oder dritten Nachschlag nehmen. Die Höflichkeit gebietet es den Gästen, dies anzunehmen. Ist man satt, dankt man mit dem Wort »el-Hamdullah« (»Gott sei Dank«).
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