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Andere Länder - andere Bedeutung

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Gesten

Ein und dieselbe Geste kann sehr verschiedene Bedeutungen haben. Daher sollten Sie Ihre Gestik Ihrem Umfeld anpassen, vor allem, wenn Sie sich in einem fremden Land aufhalten. Beispiel: Sie bilden mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis. Diese Geste bedeutet in

  • Nordamerika und Nordeuropa: »In Ordnung«;
  • Nordfrankreich: »Sehr gut!«;
  • Südfrankreich: »Du bist eine Null«;
  • Griechenland und der Türkei: eine Aufforderung zum Geschlechtsverkehr;
  • Italien und Spanien: eine starke Beleidigung mit analem Bezug …

Über Geschäfte reden

Genauso wichtig wie der richtige Zeitpunkt für geschäftliche Verhandlungen kann die Erkenntnis sein, wann Sie besser das Thema wechseln. In England zum Beispiel gilt: Sobald der Tag zu Ende geht, ist auch das gäftliche abgetan, und nichts kann Ihren Gastgeber mehr irritieren als die Fortsetzung geschäftlicher Gespräche abends beim Essen und Trinken.

Nicht sofort zur Sache kommen

Ein Hauptunterschied liege beispielsweise darin, dass deutsche Geschäftsleute sehr abschlussorientiert agieren. Bereits im Mittelmeerraum, aber auch in Arabien oder in China handeln die Menschen jedoch beziehungsorientiert. »Es ist daher unhöflich und dem Geschäft undienlich, sofort mit dem Thema ins Haus zu fallen. Geschäftspartner wollen immer erst wissen, mit wem sie es zu tun haben.» Aus diesem Unterschied heraus lassen sich viele Verhaltensweisen ableiten. Der Smalltalk oder kleine Geschenke sind Ausdruck der Beziehungsorientiertheit. »Deutsche tun gut daran, solche Geschäftspartner ab und an auch ohne Anlass anzurufen und den Kontakt zu pflegen. Was sehr einfach klingt, ist für Deutsche sehr schwer. Sie wollen immer sofort zur Sache kommen.» Besonders in Indien oder China gehören Antrittsbesuche zum Einmaleins der Geschäftsanbahnung.

Auch in England lauern Knigge Fallen. Einer der größten Fehler ist BSE – bad simple english. Während in anderen Ländern Dolmetscher arrangiert werden, versuchen sich in England viele Geschäftsleute selbst in der Fremdsprache. Das Problem: Sie nehmen Nuancen nicht wahr. Wenn etwa ein Engländer sagt, »etwas klinge interessant» kommt ein Geschäft meist nicht zustande. Zudem könnten Deutsche versehentlich unhöflich oder zu direkt kommunizieren.

Im Gegensatz zu den Engländern kennen die Japaner fast keinen Unterscheid zwischen einem Geschäftstag und einer Geschäftsnacht. Sie empfinden es als Teil ihres privaten und ihres beruflichen Lebens, fast jeden Abend mit irgendwelchen Geschäftspartnern zu verbringen, natürlich nicht im Büro, sondern in (Karaoke)-Bars, Nachtclubs, Geisha-Häusern und privaten Clubs. Ob nun ausschließlich über Geschäftliches gesprochen wird oder nicht - der Anlass ist in jedem Fall »business«. »Sie erreichen die Seele eines Mannes in der Nacht«, lautet ein japanisches Sprichwort. Es spielt keine Rolle, wie viele ihrer Geschäftstage Sie um 4 Uhr morgens beenden; sich davor zu drücken, wäre schlechtes Benehmen und schlechter Geschäftsstil. Es gibt jedoch auch in Japan einen Zeitpunkt, an dem Sie nicht über Geschäfte sprechen sollten: zu Beginn der ersten Zusammenkunft. Das erste Kennenlernen erfolgt nach einem bestimmten Ritual: Visitenkarten werden ausgetauscht (aufgemerkt: Visitenkarten-Ritual beachten!!), Tee wird gereicht, und dann wird Tee nachgeschenkt und dann noch einmal. Es spielt keine Rolle wie sehr Sie darauf brennen zum Thema zu kommen, für diesen ersten Schritt müssen Sie sich Zeit nehmen, denn die Japaner brauchen diese Zeremonie um abzuschätzen, wer Sie sind, wo Sie einzuordnen sind in der Hierarchie Ihrer Firma und in welchem Verhältnis Ihr Status zur eigenen Person steht. Diese Informationen über Sie werden nicht nur unter den Anwesenden weitergegeben, sondern auch an Leute, die sich nicht einmal im Raum befinden. Ihre Gesprächspartner können so jederzeit genauestens absprechen, wie man Sie zu »nehmen« hat.

Den gleichen langsamen, analysierenden Anfang kennt man auch in den arabischen Staaten. Dort gibt es noch eine zusätzliche Variante: die vielen gleichzeitigen Verhandlungen und Gespräche. Während jemand geschäftlich mit Ihnen in einem Büro verhandelt, kann er zugleich mit einer Reihe anderer Leute über ganz andere Dinge reden. Es kann sein, dass er Sie mitten in einem Satz vergisst und erst nach einer Viertelstunde wieder auf Sie zurück kommt. Das ist keine Respektlosigkeit, dies ist der »Familienstil« in dem im Nahen Osten Geschäfte gemacht werden. Seien Sie deshalb nicht überrascht, wenn ein Gespräch, für dass Sie eine Stunde eingeplant hatten, sich über zwei bis drei Stunden hinzieht. Und übergehen Sie niemanden, nur weil Sie glauben, so zu einer schnelleren Entscheidung zu gelangen. Das Gegenteil wird der Fall sein.

Gut Ding will Weile haben

Selbst in Frankreich will gut Ding Weile haben. »Beim Geschäftsessen wird das Geschäftliche frühestens zum Dessert serviert». Auch sonst gibt es bei Deutschlands wichtigstem Geschäftspartner einiges zu beachten. Franzosen wollen ernst genommen werden. Das beginnt mit der korrekten Anrede. Diese enthält immer die Anredeform beziehungsweise den Titel und die Position (Monsieur le directeur, bei Firmeninhabern gerne: Monsieur le president) oder die Anredeform und den Nachnamen (Monsieur Ferre). Geschäftspartner werden niemals geduzt. Bei der Konversation gilt es, Gesprächsthemen sensibel auszuwählen. »Altes Europa, Korsika, USA-Feindlichkeit sind zu gefährlich im Businesstalk«. Weitere Knigge-Verstöße bei der Konversation sind die Frage nach dem Gehalt oder eine Verwechslung von Grand école und Universität: Namhafte Kaderschmieden heißen in Frankreich »Grandes écoles«. Zwei von drei Top-Managern haben sogar in einer der drei besten studiert.


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